Beechcraft Staggerwing

 

 

 

Die Beechcraft Staggerwing zählt zu den schönsten Doppeldeckern aller Zeiten …… zumindest für mich. So war natürlich die Freude groß, als dieses wunderbare Flugzeug zu Gast auf dem Flugplatz EDTG war. Zeit für einen kurzen Walkaround an einem nebligen Novembertag

Zuerst etwas Geschichte – wie üblich

Erstflug der Staggerwing, die genauere Bezeichnung lautete Beechcraft 17, erfolgte am 04.11.1932. das Flugzeug galt als aerodynamisch ausgefeilt, hatte ein Einziehfahrwerk und war seinerzeit schneller als alle seine Konkurrenten in dieser Klasse. Günstig war das Flugzeug beileibe nicht. Je nach Motorisierung (225-450PS) musste man bis zu 17.000 USD berappen. Das Flugzeug war der pure Luxus und wurde natürlich von Hand exakt nach den Wünschen des Eigners gebaut und ausgestattet. So ganz nebenbei gewannen mit dieser Schönheit die ersten Frauen die berühmte „Bendix Trophy“im Jahre 1936. Diese Trophy führte die Piloten von NewYork nach Los Angeles und war mit 15.000,00 USD dotiert.

Der Bau der Staggerwing, welche auch militärischen Einsatz sah, endete bereits im Jahr 1948. Zu aufwändig und zu teuer. Mit dem Nachfolger, der Beech Bonanza, sollte ein sehr erfolgreiches Flugzeug entstehen, welches auch heute noch einen angestammten Platz in der Fliegerei hat.

Die Staggerwing kann auch heute noch mit leistungen aufwarten, bei denen anderen zivilen Muster blass aussehen. Mit einem Verbrauch von rund 90 Litern/Stunde hat die Beech17 eine Reichweite von fast 1.000 nautischen Meilen und das bei einer Reisegeschwindigkeit von 150Knoten mit 5 Menschen an Bord.

Da das Flugzeug recht kräftig motorisiert ist, benötigt es bei Start- und Landung eine kundige Hand. Einfacher hingegen im Flug, denn durch die gestaffelten Tragflächen ist das schnelle Flugzeug überziehsicher. Die Staggerwing war als Geschäftsreiseflugzeug sehr beliebt und erhielt in neuster Zeit auch den Spitznamen „Learjet der Vorkriegszeit“. Da mit überzeugenden Flugleistungen ausgestattet, erwarb, im 2.Weltkrieg neben der US Navy (UC43) und US Army (GB-1 und GB-2) auch die RoyalAirForce ca. 100 Maschinen als „liason aircraft“, also Verbindungsflugzeuge. Diese britische Version hiess “Traveller“.

Von den 785 gebauten Flugzeugen haben etwa 200 Stück überlebt, flugfähig davon immerhin rund 160 Stück.

Technische Daten

  • Länge 815cm
  • Höhe 244cm
  • Spannweite 975cm
  • Höchstgeschwindigkeit 340 km/h
  • Reisegeschwindigkeit 300 km/h
  • Reichweite ca. 1.600 km
  • Leergewicht/MaxGewicht 1.270Kg / 1.928 Kg

Da die Fertigung exakt auf die Kundenwünsche ausgelegt war, gab es natürlich auch eine ganze Reihe von Triebwerksvarianten für das schöne Flugzeug. Die Motoren wurden von den bekannten US-Herstellern Jacobs, Pratt&Whitney und Wright hergestellt. Je nach Triebwerk erhielt die Beech17 ihre Zusatzbezeichnung. So war die „A“ Motorisierung ein 350PS starker Wright R-760-E2. Die Bezeichnung lautete demzufolge Beech 17A. Die meistproduzierte Variante war die Beech17S, motorisiert mit dem 450PS 9Zylinder-Sternmotor Pratt&Whitney R-985-AN-1. Von dieser Variante wurden rund 470 Stück ausgeliefert, davon 67 Stück zur zivilen Nutzung, die militärische Version lautete UC-43B. Die stärksten Motorisierungen kamen von Wright (Version F und FS). Der verbaute R-1820 9-Zylinder Sternmotor leistete zwischen 690 und 710PS. Hiervon wurden aber nur Einzelstücke gebaut.

1949, also zum Ende der Fertigung kostete das Flugzeug bereits knapp 30.000 USD. Im Vergleich dazu kostete ein Chevrolet DeLuxe Sedan rund 1.600USD.

Die Staggerwing gilt weltweit als eines der schönsten je gebauten Flugzeuge und erfreut sich auch heute noch, dank excellenter Flugleistungen großer Beliebtheit.

 

Hier der kleine Walkaround der Beechcraft D17S mit der Registrierung N69H - das Flugzeug hat die Seriennummer 4896 und wurde im Jahr 1943 als militärische UC-43B gebaut und bei der US Army AirForce (später US Airforce) als Verbindungsflugzeug bis 1946 eingesetzt. Im Jahr 1970 erfolgte eine umfangreiche Restaurierung in den USA und seit 1992 ist dieser schöne Doppeldecker in Deutschland zu Hause. Sie dürfte wohl die Einzigste hierzulande sein. Die Beech wurde vom vorigen Eigentümer viel auf Flugtagen vorgeführt, so auch auf der Hahnweide. Heute zeigt sich das Flugzeug ohne die früheren Werbe- und Sponsoraufkleber in voller Schönheit.  

 

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Für uns Modellbauer immer eine Herausforderung - das Fahrwerk im close-up

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und nochmal in der Totalen

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und auch wieder hier die wunderbaren Zeichnungen von Hans-Jürgen Fischer aus dem Jahr 1990 / copyright Zeichnung © by Hans-Jürgen Fischer

 

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