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Das Tragwerk besteht aus einem Mittelteil und den Außenflächen. An den Außenflächen werden die Rumpfausleger verschraubt, das Mittelteil wird über sehr gut passende Steckungsrohre mit dem Rumpfwerk verbunden. Hier wird schon klar, dass es reichlich Steckverbindungen mit den Servokabeln geben wird. 

Der Einbau der vier Servos ist mittlerweile Routine und gelingt Dank bester Vorbereitung sehr schnell. Die Querruder werden ebenfalls über schöne GfK-Ruderhörner angelenkt, sowie die Landeklappen. Die beiden Landeklappen pro Flächenhälfte sind mit einem U-förmigen Stahldraht verbunden, so reicht pro Flächenhälfte ein Servo aus. Die Servokabel habe ich, wie gehabt, mit entsprechenden Pichler-Verlängerungskabeln verlängert und mit den Pichler-Sicherungsclips gesichert. Die Kabellängen variieren von 25-40cm. Fürs Auge werden natürlich die Ruderhörner und die Anlenkungen in korrespondierender Farbe lackiert. Ja, die Farbtöne der Folie sind fast nicht zu treffen, dennoch schöner als gar nicht lackiert. 

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Als nächster Bauabschnitt stand das Rumpfboot auf dem Programm. Viel ist da nicht zu tun. Das Bugfahrwerksservo einbauen und der Fahrwerkseinbau; also eine an sich übersichtliche ToDo-Liste. Der Bugfahrwerksschacht war schnell von der Folie befreit, die Anpassungsarbeiten der Schachtabdeckung aber eine Arbeit für sich. Das Bugfahrwerk wird über Stahllitzen angelenkt. Dazu müssen Öffnungen in das spröde Material der Schachtabdeckung eingepasst werden. Dazu Führungsröhrchen, welche ein Verheddern der Anlenkmimik verhindern sollen. Dieser Bauabschnitt ist der komplizierteste am ganzen Aufbau und man braucht dafür wirklich Nerven. Das ABS-Material reisst, wie erwähnt, sehr schnell. Hier bitte Nichts überstürzen. Mehrmalige „Trockenanpassungen“ sind dringend notwendig um hier ein ansprechendes Ergebnis zu erhalten. 

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Aber irgendwann ist auch diese Hürde genommen, wenn da nicht eine schöne kleine Feder wäre …… Diese Feder spannt sich von der Fahrwerksmechanik (Herz) zum Federbein. Das hilft um das Fahrwerk besser auf Geradeausspur zu halten und entlastet dadurch das Servo. Einzig, die Bohrungen sind falsch gesetzt. Verschraubt man das Ganze wie geplant, dann blockiert das Fahrwerk beim Einziehvorgang. Ärgerlich.

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OV Bronco Testbericht 57

Um das Problem zu lösen muss das Fahrwerk auseinandergebaut werden und das Herz erhält eine neue Bohrung ein paar Millimeter höher. ACHTUNG – das Herz ist aus Guss und kann recht schnell reißen. Ein sehr scharfer Bohrer ist notwendig. Erst mit einem kleinen Bohrer beginnen und dann vorsichtig aufweiten. Danach mit einem Gewindeschneider nacharbeiten. Ja, das ist aufwändig, aber anders nicht lösbar. Doch man könnte auf die Zentrierungsfeder verzichten, doch das ist wegen dem Geradeauslauf beim Start- und Landevorgang suboptimal. Leider ist die Feder durch die versetzte Bohrung nicht mehr optimal gespannt, aber immer noch besser als ohne. 

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Zum Ausgleich habe ich dann die Fahrwerksbeine in seidenmattem Weiß gespritzt und etwas verfeinert. So kleine Details wie Bremsleitungen werten das Fahrwerk doch erheblich auf und Spaß macht es auch noch. 

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Die Waffenstummel werden mit dem Mittelrumpf verschraubt. Die Stummel sind aus GfK und passen recht formschlüssig. Ja, die Deutschen Broncos hatten diese nicht, aber irgendwie gehören die Teil doch zu einer Bronco. Im Original sind die Waffenstummel mit Schnellverschlüssen angeflanscht, also jederzeit demontierbar. Die eingangs erwähnte Bronco von Tony de Bruyn trägt mittlerweile die Waffenstummel, also passt das ganz gut in den Plan. Die Stummel werden wie erwähnt mit dem Mittelrumpf verschraubt, hierzu liegen Blechschrauben bei. Stirnrunzeln macht sich breit, all dieweil die Schrauben in dem weichen Balsa nur bedingt greifen. Naja, die Stummel müssen ja nicht viel aushalten, sondern nur schön aussehen. Dachte ich …. Es sollte anders kommen. 

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Die Arbeiten am Modell sind nun weitestgehend fertig. Man kann das schöne Flugzeug ganz entspannt in 20-30 Stunden aufbauen – der hervorragenden Vorbereitung sei Dank.

Was noch bleibt ist das Verkleben der großen Kabinenhaube auf den Rahmen. Der beigelegte Pilot erscheint etwas überdimensioniert, ist aber gut verwendbar. Ich habe mir von einem Freund einen maßstabsgerechteren Piloten ausdrucken lassen und dieser darf nun Platz nehmen. Ich persönlich bin kein Freund von verklebten Kabinenhauben. Ich verschraube so etwas lieber, aber das ist reine Geschmackssache. Das Anpassen und Verschrauben war eine Sache von Minuten, endlich Zeit, den Flieger im heimischen Keller zusammenzustecken. 

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So steht sie nun aufgebaut auf der Werkbank und beeindruckt schon durch die Größe. Ja, ein 180cm Flieger kann groß sein, die Pichler-Bronco macht wirklich was her. 

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Der aus den Flächen heraus dringende Kabelsalat ist schon sehr beeindruckend. Sechs Kabel nebst Motorzuleitungen gilt es pro Flächenhälfte zu stecken. Hier wäre es natürlich viel schöner, wenn man dies durch Sub-D Steckverbindungen lösen könnte. Mir fehlen dazu aber schlicht die Lötfertigkeiten und natürlich treibt mich auch der Verlust der Garantie bei abgezwickten Servokabeln. 

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Flugwetter war faktisch nicht vorhanden, also Zeit und Muse für Detailarbeiten. Ein Scheibenwischer auf der Frontscheibe ist schnell aus Abfallholz erstellt und wertet das Modell schon stark auf. In der Rumpfnase sitzt beim Original der Landescheinwerfer und das Staurohr. Der funktionsfähige Scheinwerfer kommt aus dem RC-Car Bereich. Schnell war das Loch in die Rumpfnase gebohrt und mit wenigen Rundfeilenstrichen angepasst. Die Stromzuleitung habe ich über den Empfängerschalter eingeschleift. „Landelicht an“ bedeutet fortan, dass die Stromversorgung für den Empfänger angeschaltet ist. Praktisch und schön zu gleich. Darüber habe ich einen Goldstecker gesetzt, dadurch bleibt das Staurohr abnehmbar. Dieses besteht aus einem Kunststoffrohrstückchen mit einem Rundholzabschluss. Die Bronco hat viele kleine Details, die sich einfach mit „Hausmitteln“ darstellen lassen. Mit wenig Aufwand lässt sich so ein lebendigeres Modell zaubern. So ist auch die Darstellung der Trim-Tab-Anlenkung am Höhenleitwerk sehr einfach mit einem abgezwickten Servohebel und einem Rundhölzchen darzustellen. Mit feinem Linierband dann noch die Stöße an der Kabinenhaube nachbilden und schon ist man ein Schritt näher am Original.  

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Scheibenwischer 

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Den Abschluss der Arbeiten ist bei mir immer das Programmieren der Fernsteuerung. Hier folgte ich den Angaben des Herstellers, aber wie bei mir üblich, habe ich 30% Seitenruder auf das Querruder gemischt. Das Auswiegen mit den beiden 4C-Lemon-Power Lipos brachte keine Überraschung. Mit 160Gramm Blei in der Nase liegt die Bronco schön mit der Nase leicht nach unten geneigt auf der Schwerpunktwaage. „Weight and balance“ erledigt – Haken dran. 

Highligt - Roll-Out bei Werft von Meier Motors GmbH auf dem Flugplatsch Bremgarten (EDTG) zusammen mit dem Dienstvorgänger Hawker SeaFury D-CACE

OV Bronco RollOut 27

 

Ab aufs Flugfeld

Endlich Kaiserwetter und auch mein „Einflieger“ Michel hatte Zeit. Der Zusammenbau auf dem Flugfeld geht zügig voran, aber man sollte einen Modellbauständer zur Hand haben. Das Flugzeug auf dem Mittelrumpf zu legen und aufzubauen bescherte mir sogleich die erste Reparatur. Die Waffenstummel halten das Gewicht des Modells mit den Flächen nicht aus und die Verschraubung brach heraus. Leider ist es nicht möglich, im Rumpf ein Gegenlager aus Sperrholz einzukleben, man kommt wegen dem Akkufach schlicht nicht bei. Blechschrauben in weichem Balsa halten eben nicht. Eine Feldreparatur mit Sekundenkleber hat das Problem vorerst geheilt. Hier ist es empfehlenswert, die Waffenstummel formschlüssig mit dem Mittelrumpf zu verkleben, 5-Minuten Epoxy scheint hierfür gut geeignet. 

OV Bronco MaidenFlight 4

Nach den obligatorischen Rolltests, die Einstellung des Geradeauslaufs war etwas kniffelig, war es dann endlich soweit. Die Bronco auf der Piste aufliniert und zügig die Ampere fließen lassen. Ein beherzter Zug am Höhenruder und die ZweiMot war frei und stieg zügig ins Blaue. Hier muss man etwas aufpassen, die Bronco hebt nicht von alleine ab, sondern will gestartet werden. Mit leicht gesetzten Klappen geht das sehr gut und man kann schön „sehen“ wie das Bugrad beim Startlauf leicht wird, die Abhebegeschwindigkeit erreicht ist und das Höhenruder auch seine Wirksamkeit hat, liegt es doch nicht im Propellerstrom.

OV Bronco MaidenFlight 6

Fahrwerk und Klappen einfahren, ich setze hierbei auf die Klappen gerne eine „slow“ Funktion, und genießen. Die Bronco sieht schlicht fantastisch aus, der Shape ist perfekt getroffen. Die in der Bauanleitung angegebenen Ruderausschläge passen sehr gut, da gibt es nichts zu verbessern. Die Bronco ist recht windempfindlich, aber sehr agil auf dem Querruder. Hier bietet sich ein bisschen Expo an um noch mehr Ruhe in die Fuhre zu bekommen. Nach der Trimmrunde hat dann Michel das Wildpferd laufen lassen, dass es eine Freude war. Rolle, Looping, Aufschwung – das ganze Scale-Programm für so ein Flugzeug geht locker von der Hand, die Motorisierung ist sehr gut ausreichend und hinterließ einen gefälligen Eindruck bei den anwesenden Vereinskollegen. Wie das Original ist auch die Pichler-Bronco sehr wendig und reagiert knackig auf Steuerbefehle. 

OV Bronco MaidenFlight 20

Zum krönenden Abschluss nochmals aus dem Aufschwung mit Vollstrom und hängender Fläche über den Platz gebügelt, das hinterließ sogar beim Einflieger ein Lächeln. Im Queranflug halbe Klappen gesetzt und das Fahrwerk ausgefahren, wobei es kaum Lastigkeitsänderungen gab; bei Landeklappen-Vollauschlag sollte indes minimal Tiefenruder beigemischt werden, denn da steigt die Bronco dann schon weg. Diese Laständerung lässt sich aber auch mühelos aussteuern. Die nachfolgende butterstreichzarte Landung war bei den ganzen positiven Eigenschaften dann nur noch Formsache. Das Fahrwerk federt schön ein und verhindert ein eventuelles Springen wunderbar. 

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Der Applaus und das zufriedene Gesicht meines Einfliegers waren der Beweis dafür, dass hier Pichler mit der Bronco ein ganz großer Wurf geglückt ist. Die Kaufentscheidung zu Gunsten der Pichler-Bronco war genau die Richtige. 

 

Zusammenfassung – Licht & Schatten

Insgesamt gesehen hat Pichler mit der Bronco eine richtige „Rakete“ am Start. Phantastisches Flugbild, gepaart mit guten Flugeigenschaften. Ja, ein Anfängerflieger ist das nicht, aber das Wildpferd ist sehr gut beherrschbar, wenn man ein bisschen Erfahrung mit 3-Achsern hat. Das Fahrwerk ist günstig, schön und perfekt auf den Flieger abgestimmt. Sehr gute Bauanleitung und stimmige Angaben zu Schwerpunkt und Ruderausschlägen mach den Aufbau zu einer angenehmen Veranstaltung ohne Überraschungen. 
Das Pichler-Gesamtpaket, also Modell, Antriebsstrang und Servos passt auf jeden Fall, ich würde es wieder so machen. Selbst nach dem Bau kann man sich wunderbar an dem Gerät austoben und das Ganze auf noch vorbildgetreuer trimmen. Neben dem wirklich hellen Licht gibt es aber auch Schattenseiten. So schön die Klebefolie ist, so empfindlich ist sie auch. Bei Sonneneinstrahlung wird die Folie gerne labbrig und zieht Falten. Ja, das geht abends, wenn die Temperatur sinkt, wieder weg, aber auf dem Flugplatz trübt das den Besitzerstolz schon ein bisschen. Die verwendeten Hölzer sind recht weich und sollten verstärkt werden, so bei den Servodeckeln, den Fahrwerksaufnahmen und bei den Verschraubungen der Waffenstummel. Ja, natürlich kann man das in Eigenregie machen, bequemer und schöner wäre es aber schon, wenn das Herstellerseitig so wäre. Last but not least, die Fahrwerksverkleidungen. Hier würde ich liebend gerne ein paar Euros mehr bezahlen, wenn ich dafür dann aber GFK-Teile in der Qualität der Motorhauben bekommen würde. 

Unabhängig davon hätte ich noch einen Herzenswunsch an alle ARF-Importeure und Hersteller: bedruckte Folien sind toll, keine Frage. Aber die Kennungen, taktischen Zeichen, Seriennummer etc. bitte als separate Aufkleber. So hat man eine Chance das eigene Modell zu individualisieren, ohne dass man gleich das ganze Flugzeug neu lackieren muss.  

Matthias Dorst , April 2018

 

 

 

 

 

 

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